Südfrankreich auf dem Teller/South of France on your Plate

For English, please scroll down or click here.

Warum macht backen mich so glücklich? Warum entspannt es mich und warum stelle ich mich manchmal (nicht immer), aber durchaus öfter stundenlang in die Küche und werkle vor mich hin? Es gibt viele Gründe. Hier mal eine kleine Auswahl: Weil es mich entspannt, weil es mir unglaublichen Spaß macht anderen zuzuschauen, wenn sie etwas von mir Gebackenes genießen, weil ich beim Abarbeiten der einzelnen Schritte gut meine Gedanken sortieren kann, weil mich das Kneten eines Teiges erdet, weil ich stolz bin, wenn ich einen Mini-Workout beim Teigkneten hinlege und weil ich mich kreativ austoben kann.

Vielleicht gerade weil man sich beim Backen an ziemlich strenge Regeln halten muss, insbesondere, wenn man ein Backanfänger ist, finde ich es besonders spannend kreativ zu sei. Sei es, weil man einem Grundrezept eine besondere Note hinzufügt, sei es, weil man einfach mal fröhlich Mehl, Butter, Zucker und Eier zusammenrührt und schaut, was dabei herauskommt.

Für mich ist backen etwas, bei dem ich gleichzeitig ganz brav bestimmte Regeln einzuhalten habe (ja, Butter sollte immer kalt sein, wenn man einen Mürbeteig zubereitet, wie zum Beispiel bei diesen Zitronenküchlein, aber Butter muss weich sein, wenn man sie mit Zucker zu einem Rührteig verrührt wie bei diesem Apfel-Rosmarin-Kuchen) und bei dem ich einfach mal herumprobieren kann. Klar, es haut definitiv nicht immer hin, aber wenn es dann gelingt, das Back-Experiment, freut man sich umso mehr.

Bei mir haben deshalb gleich die kreativen Säfte gesprudelt, als ich, leider ziemlich spät, von Alnatura diesen Foto-Kochwettbewerb entdeckte. Die Aufgabe besteht darin, sich von einem von zwölf Kunstwerken beim Backen oder Kochen inspirieren zu lassen. Ich habe mich dann kurzerhand für dieses Kunstwerk von Henri Edmond Cross entschieden, das auf Deutsch “Nachmittag im Garten” heißt:

Nachmittag im Garten von Henri Edmond Cross, ausgestellt im Städl Museum in Frankfurt, Deutschland

Bei Alnaturas Fotowettbewerb findet sich noch diese Aussage zum Bild

“Ein Meer aus Blumen: Dieses Gemälde von Henri Edmond Cross (1856–1910) lädt ein, von der südfranzösischen Idylle zu träumen”, nachzulesen hier.

Ich hatte das große Glück schon oft in Südfrankreich Urlaub machen zu dürfen. Aix en Provence ist ein mir sehr liebgewonnener Ort. Südfrankreich, da denke ich gleich an den morgendlichen Gang zur Boulangerie, der Bäckerei, bei der man Baguette oder Croissants kaufen konnte. Das erinnert mich an Lavendelfelder, Olivenhaie, an müßige Stunden im Schatten während man an seiner Limonade schlürft und ein Stück Ziegenkäse genießt. Idylle, soweit das Auge reicht.

Das Gemälde hat mich inspiriert ein wenig diese wundervolle Stimmung, die ich in meinen Urlauben erleben durfte, einzufangen. Indem ich zunächst einmal selbstgemachte Croissants backe und indem ich ein Blumenmeer pflücke. Auch die Marmelade hat einen Hauch von Frankreich, zwischen den Heidelbeeren und Himbeeren findet sich Thymian, die Butter ist mit etwas Lavendel verfeinert. In dem Sinne also hole ich mir Südfrankreich auf den Frühstücksteller.

Wenn du magst, kann du übrigens mit beim Fotowettbewerb abstimmen, dazu einfach hier einmal die vielen Bilder durchklicken und einmal Sterne vergeben (ich freue mich natürlich, wenn du meins anklickst).

Und nun endlich das Rezept für selbstgemachte Croissants mit Heidelbeeren-Himbeer-Thymian-Konfitüre, meine Einladung für Südfrankreich:

Croissants nach Rezept von Sprinkled with Jules (Englisch), Konfitüre laut Chefkoch

Selbstgemachte Croissants mit Heidelbeer-Himbeer-Thymian-Konfitüre

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Serves: 15-18 kleinere Croissants Cooking Time: 45min Vorbereitung + mind. 3 Stunden kühlen + 1 Stunde gehen lassen + 20min backen

Ingredients

  • Croissants
  • 1/2 Würfel frische Hefe oder ein halbes Päckchen Trockenhefe
  • 270 Gramm Milch
  • 500 Gramm backstarkes Mehl, Type 550
  • 50 Gramm weißer Zucker
  • 6 Gramm Salz
  • 1 Ei
  • 1 Esslöffel Sahne oder Milch
  • 250 Gramm kalte Butter

  • Heidelbeer-Himbeer-Thymiankonfitüre
  • 300 Gramm Heidel- oder Blaubeeren (frisch oder gefroren)
  • 200 Gramm Himbeeren (frisch oder gefroren)
  • 300 Gramm Gelierzucker 2:1
  • 2 Esslöffel Thymianblätter
  • 2 Esslöffel Zitronensaft

Instructions

1

Für die Croissants die Milch erhitzen (sie muss lauwarm sein, nicht zu heiß) und mit 100 Gramm Mehl und Hefe in einer Schüssel kurz verrühren.

2

Zwischen 10-20 Minuten stehenlassen, um zu sehen, ob die Hefe lebt, es sollten sich leicht Blasen bilden.

3

Im Anschluss mit dem restlichen Mehl, Zucker und Salz verkneten bis ein elastischer Teig entstanden ist (dauert einige Minuten) und zu einem Ball formen.

4

In Frischhaltefolie mindestens zwei Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

5

Danach die Butter im Stück aus dem Kühlschrank holen und zwischen zwei Schichten Frischhaltefolie zu einem Quadrat von ca. 20cm ausrollen. Ich habe die Butter zunächst mit den Händen und meinem Körpergewicht runtergedrückt und im Anschluss ausgerollt. Die Butter kurz mitsamt Frischhaltefolie in den Kühlschrank zurückstellen.

6

Den Teigball anschließend auf einer bemehlten Fläche zu einem Quadrat von ca. 40cm ausrollen. Den Teig nicht zu dünn ausrollen.

7

Das Butterstück ohne Frischhaltefolie diagonal in den ausgerollten Teig hineinlegen und wie einen Briefumschlag von allen vier Seiten einschlagen. Wichtig ist, dass die Butter komplett in Teig eingepackt ist und die Ränder gut verschlossen werden.

8

Dann den Teig ausrollen, diesmal zu einem Rechteck von ca. 20cmx50cm. Grundsätzlich sollte man versuchen ab hier den Teig immer nur in eine Richtung auszurollen und insbesondere am Rand keine Butter herauskommen lassen, also nicht zu viel Druck ausüben. Im schlimmsten Fall diese Stellen mit Mehl oder Teig verschließen.

9

Den Teig wie einen Geschäftsbrief dreimal falten und so gefaltet und Frischhaltefolie gepackt für 20 Minuten ins Tiefkühlfach legen.

10

Die Schritte 8-9 insgesamt drei Mal wiederholen, also Teig ausrollen, wie einen Geschäftsbrief falten, 20 Minuten kühlen.

11

Nach dem dritten Mal den Teig gefaltet der Länge nach in zwei Teile schneiden und einen Teil in Frischhaltefolie zurück in den Kühlschrank legen.

12

Die andere Hälfte ausrollen mit einer Dicke von ca. einem halben Zentimeter und Dreiecke von ca. 20cm Länge ausschneiden. Dazu am besten in Streifen schneiden und diagonal die Dreiecke ausschneiden.

13

Die Dreiecke von breiten Ende aus aufrollen und zu Halbmonden formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Mit der anderen Teighälfte auch so verfahren und die Croissants mit einem Tuch abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

14

Kurz vor dem Backen die Croissants mit dem verquirlten Ei mit Sahne/Milch bestreichen.

15

Bei 190 Grad ca. 20min backen, dabei schauen, ob die Croissants goldbraun sind, ansonsten länger oder etwas kürzer backen.

16

Für die Konfitüre die Beeren mit dem Zucker in einem großen Topf vermischen und die restlichen Zutaten hinzufügen.

17

Drei Minuten sprudelnd kochen lassen und anschließend in sauberen Weckgläsern abfüllen (reicht für ca. 2 Gläser). Sofort verschließen und auf den Kopf stellen.

18

Am nächsten Tag mit den Croissants genießen.

Notes

Croissants brauchen Zeit, jedoch kann man viel am Tag vorher zubereiten. Es ist auch möglich bis Schritt 13 alles vorzubereiten und am nächsten Tag die Croissants zu backen. Dazu müssen sie nachts abgedeckt in den Kühlschrank und am nächsten Morgen ca. zwei Stunden Raumtemperatur angenommen haben, bis man sie backen kann.

 


English version

Why does baking make me so happy? Why does it relax me, why do I even bother and sometimes (not often, but still) take hours in the kitchen preparing something? There are many reasons for this. Let’s give it a shot: Because it relaxes me, because it is so much fun to watch others when they enjoy something I baked, because I can collect my thoughts while I follow instructions one step at a time, because kneading somehow makes me feel more down to earth, because I feel it is a mini-workout when I knead dough and that makes me proud and because it is creative.

Maybe it is precisely because baking requires you to follow the rules strictly, especially if you are a beginner, why I find it challenging and fun to be creative. I may decide to change a basic recipe, turn it up a notch, or I mix flour, butter, sugar and eggs together and hope for the best.

Baking is something for me that requires me to follow rules (such as the fact that butter needs to be cold if you are going for a pie pastry, like in these lemon tarts, but it has to be at room temperature if you make a pound cake and mix it with sugar, such as in this apple-rosemary pound cake). Yet, at the same time baking can be experimental. It doesn’t necessarily work out all the time, but if it does, then it is really exciting.

When I discovered this photo competition for baking/cooking (German), it got my creative side out. The idea of this competition is that you get inspired by one of twelve paintings when you create your recipe. I decided for the painting below, which is by Henri Edmond Cross and is called “Afternoon in the Garden” in English.

Afternoon in the garden by Henri Edmond Cross, exhibited in Städl Museum in Frankfurt, Germany

The company Alnatura which is hosting the competitions says about this painting

“An ocean of flowers: This painting by Henri Edmond Cross (1856–1910) invites you to dream of the South-French idyll”, see here in original German (translation by me)

I was fortunate enough to spend my share of holidays in the south of France. Aix en Provence is a place very dear to me. When I think of south of France, I immediately think of the daily routine of going to the boulangerie (bakery) to get baguette or croissants. I also think of lavender fields, olive groves, or drinking lemonade while waiting in the shade for the heat to pass, snacking on some goat cheese. It is an idyll, definitely.

The painting inspired me to capture some of this atmosphere during my holidays. I decided to make homemade croissants and to pick a lot of fresh flowers. The jam is also French-inspired. It is made of blueberries and raspberries with a hint of thyme. The butter contains some crushed lavender. The south of France to be found on your breakfast plate.

If you want to vote in the photo competition, please check it out here, no German needed. Just click through the pictures at the bottom of the site and give five stars to your favorite (obviously I would be happy if you choose mine).

OK, after so much talking, let me introduce you to homemade croissants with blueberry raspberry thyme jam, my personal invitation to the south of France.

Credit for the croissants Sprinkled with Jules, jam Chefkoch (German)

Ingredients

Croissants

  • 1/2 cube of fresh yeast or half a package of dry yeast
  • 270 grams of milk
  • 500 grams of high-gluten flour/bread flour
  • 250 grams of cold butter
  • 50 grams of white sugar
  • 6 grams of salt
  • 1 egg
  • 1 tablespoon of heavy cream or milk

Blueberry raspberry thyme jam

  • 300 grams of fresh or frozen blueberries
  • 200 grams of fresh or frozen raspberries
  • 300 grams of jelling sugar (2:1)
  • 2 tablespoons of thyme leaves
  • 2 tablespoons of lemon juice

Directions

Croissants

  1. Heat up the milk until it’s lukewarm. Add 100 grams of flour and the yeast and stir.
  2. Let sit for 10-20 minutes until foamy and bubbles show.
  3. Add the remaining flour, sugar, and salt and knead until you have an elastic dough, this takes a few minutes. Form into a ball.
  4. Cover in plastic wrap and chill in the fridge for at least two hours or over night.
  5. Take out butter from the fridge and put butter between plastic wrap. Now you have to roll out butter into a square of 20cm. I find it easiest to first press it down with my hands and body weight and then start rolling it with a rolling pin. Once you have the square, transfer back to the fridge with plastic wrap and all.
  6. Take out dough from the fridge and roll out to a square of 40cm. Don’t roll it out too thin.
  7. Place the butter inside the dough diagonally without the plastic and wrap the dough around the butter like an envelope from all four sides. It is most important that the butter is covered in full by dough.
  8. Now roll out the dough into a rectangle of around 20x50cm. From this stage on you should try to roll out the dough always in one direction only. Also, don’t apply too much pressure as you don’t want the butter to come out at the ends. If butter comes out, cover area with flour or some small dough pieces.
  9. Now fold the dough into three layers as you would fold a business letter. Wrap again in plastic wrap and transfer to freezer for 20 minutes.
  10. Repeat steps 8-9 three times in total, so roll out dough, fold like a business letter, and freeze 20min.
  11. After that cut the dough folded lengthwise. Transfer one half to the fridge.
  12. Roll out the other half until about half a centimeter thick. Now cut out triangles. Best is to first cut stripes and then diagonally have triangles.
  13. Take one triangle and start rolling from the widest end. Form to a half-moon and place on baking sheet with parchment paper. Repeat with all the dough. Cover with kitchen towel and let rise until double in size.
  14. Shortly before baking brush croissants with egg/cream mix.
  15. Bake at 190 degrees Celsius for about 20 minutes. Depending on your oven, it may take longer or shorter. Check once croissants are golden.

Jam

  1. Place the berries and sugar in a large pot on the stove.
  2. Add all other ingredients.
  3. Bring to boil and boil for about 3 minutes.
  4. Pour immediately into clean jars, seal, turn upside down and let cool.
  5. Enjoy the next day with the croissants.

Notes:

You can prepare the jam and also the croissants mostly the day before. Prepare until step 13. Chill in the fridge over night. Make sure you let the unbaked croissants come to room temperature for two hours before you bake them.

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6 Comments

  • Reply
    sistersjunction
    13/06/2017 at 8:56 AM

    your croissants look so good, well done!!
    s.

    • Reply
      Jenny
      13/06/2017 at 9:51 AM

      Thanks, my first try and soooo delicious!

  • Reply
    Jenny@dragonflyhomerecipes
    17/06/2017 at 2:17 PM

    Your croissants look delicious! And the jam sounds delicious too! I really enjoyed all the flowers in your photos, and also the painting! I have never been to the south of France, so this post gives me an idea of what it is like. Thank you for sharing!

    • Reply
      Jenny
      17/06/2017 at 4:13 PM

      Hi Jenny, thank you for your kind words and let me know if you try either of the recipes!

  • Reply
    Jhuls | The Not So Creative Cook
    19/06/2017 at 2:54 PM

    What a perfect thing to spend my morning with! These croissants sound fabulous! Thanks for sharing at Fiesta Friday party!

    • Reply
      Jenny
      19/06/2017 at 3:15 PM

      Happy to do so and thanks for dropping by!

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