Macht ihr Impulsivkäufe? Mir passiert das manchmal bei Lebensmitteln. Wir waren in einem lateinamerikanischen Geschäft unterwegs. Dort habe ich diesen lila Mais (auf Spanisch maíz morado) entdeckt und dachte, der sieht ja cool aus, den nehm ich mit. Erst im Nachhinein hab ich mich hingesetzt und geschaut, was es so für Rezepte damit gibt. Am allermeisten scheint tatsächlich chicha morada, dieses Erfrischungsgetränk aus Peru draus gemacht zu werden. Und da es hier gerade krass heiß ist, hab ich mich also ans Werk gemacht. Erfrischungsgetränk ganz ohne Alkohol und mit einer richtig coolen Farbe? Bin ich dabei. Nachdem mein Mann und ich es gekühlt probiert haben, waren wir beide begeistert. Gerade an einem heißen Tag ist dieses Getränk wirklich erfrischend. Es enthält etwas Zucker, aber nicht so viel, dass man als wirklichen Durstlöscher ganz viel Wasser hinterher trinken muss. Mein Mann (Kolumbianer), hatte es schon öfter getrunken. Ich hatte es bisher einmal auf einem Festival probiert, muss aber sagen, dass ich es da nicht so lecker fand. Umso glücklicker waren wir, dass es selbstgemacht so gut war. Man kann, wie man es auf den Fotos sieht, Ananas- und Apfelstückchen dazugeben, muss man aber nicht.
Zu Covid-Zeiten war ja banana bread oder Bananenbrot in aller Munde. Gefühlt haben alle zu Hause welches gebacken. Ich habe mich gesträubt diesem Trend zu folgen. Rezepte gibt es unendlich viele, von super gesund, vegan, bis hin zu Broten, die dann schon eher kalorienreichen Kuchen ähnelten und dann „death by chocolate banana bread“ hießen. Dass es jetzt doch ein Rezept auf meinem Blog gibt, ist zwei Tatsachen geschuldet. Zum einen mache ich wieder mit bei der kulinarischen Weltreise. Diesen Monat halten wir in Peru an. Da wollte ich gerne mitmachen, queque de platano scheint insbesondere in Peru und teilweise auch in Chile besonders gerne zubereitet zu werden. Manchmal ist es gar nicht so einfach ein Rezept einem Land zuzuordnen, in Südamerika werden sehr erhitzte und emotionale Diskussionen darüber geführt. Ich behaupte hier einfach mal ganz dreist, dass queque de platano insbesondere in Peru zu Hause ist. Zum anderen finde ich super, dass man in Lateinamerika nicht nur Bananen verwendet, sondern bevorzugt Kochbananen: platanos.
Leche asada, was soviel wie „geröstete oder getoastete Milch“ oder eleganter übersetzt „gebackene Milch“ heißt, ist wahrscheinlich das einfachste Dessert überhaupt. Zucker schmelzen, alle anderen Zutaten zusammenrühren, einfüllen und backen. Ich hab das unter 10 Minuten geschafft. Vielleicht hast du Zucker, Eier, Milch und Vanille da, dann steht diesem südamerikanischen Dessert nichts mehr im Wege. Wie so oft stammt dieses Vanille-Dessert eigentlich aus Spanien und wurde im Zuge der Kolonialisierung nach Südamerika gebracht. Insbesondere auf den Kanaren bekannt, erfreut sich leche asada in ganz Südamerika großer Beliebtheit. Was ich dem Internet entnehme, gibt es richtige Glaubenskriege zwischen Peru und Chile, wer denn nun das Recht auf dieses Dessert hat. Die Antwort ist einfach: keiner, denn wie geschrieben ist eigentlich Spanien „Schuld“ daran. Deshalb werde ich mich hier schön zurückhalten und mich nicht äußern wer sich Urheber nennen darf.

Heute habe ich ein Dessert aus Peru mitgebracht, suspiro limeño oder suspiro de limeña, das der peruanische Dichter Jóse Gálvez ganz malerisch als „Seufzer einer Dame aus Lima“ nannte, als ihm seine Frau diese Creme zum ersten Mal servierte. Das Dessert besteht aus zwei Komponenten, einem cremigen Karamellpudding und leichtem Baiser mit einem Schuss Alkohol. Wenn man ein Löffelchen dieses dekadenten Desserts isst, versteht man auf Anhieb wieso es einem Seufzer gleichkommt, denn das Karamell ist cremig und süß und das leichte Baiser erinnert an Marshmallows. Genau das, was man von einem luxeriösen Dessert erwartet.







