Kennst du Quittenpaste? Hier in Deutschland auch manchmal als Quittenbrot bekannt, ist dies ein altmodisches Konfekt. Ich habe ein Rezept dafür. Hier oft zu Rauten geschnitten, wälzt man sie anschließend noch in etwas Zucker und serviert sie auf dem Weihnachtsplätzchenteller. Lustigerweise ist Quittenpaste oder Quittenbrot nicht nur im deutschsprachigen Raum bekannt, sondern ebenso auch in Spanien als „dulce de membrillo“ (aus Quitten gemachte Süßigkeit) oder in meinem Geburtsland Uruguay auch als „postre Martín Fierro“ (Nachtisch Martin Fierros). Die Grundidee ist auch hier die gleiche, man streicht die fertige Paste entweder auf ein Blech oder in eine Kastenform und wartet dann bis sie trocken ist. Im Unterschied zu Deutschland wird hier die Quittenpaste jedoch nicht in Zucker gewälzt, sondern pur und zusammen mit Käse gegessen. Gerne nimmt man dafür einen kräftigen Käse, wie zum Beispiel Cheddar. In einigen Regionen Spaniens wird auch gern Ziegenkäse hergenommen.
Heute geht es um selbstgemachte dulce de leche. Noch nie gehört? Das ist spanisch und kann wortwörtlich als das „Süße der Milch“ übersetzt werden. Dulce de leche ist eine streichfähige Creme aus gesüßter Milch, deshalb auch der Name, und kommt geschmacklich traditionellem Karamell sehr nahe. Es ist sowas wie die Nutella Südamerikas und wird mit allem und auf allem serviert, egal ob Süßspeise, mit Käse oder als Süßungsmittel für Kaffee.
Leute, es musste mal wieder ein Rezept aus meinem Geburtsland her, darf ich vorstellen: klassische Alfajores aus Uruguay! Alfajores sind so etwas wie der Standard-Cookie in Uruguay und Argentinien. Sie bestehen aus einem Mürbeteig-Doppeldecker, werden mit einer Karamellcreme namens dulce de leche befüllt und am Ende noch in Kokosflocken getunkt. Wenn du Lust auf einen etwas anderen Keks hast, dann kann ich dir auf jeden Fall Alfajores empfehlen, deine Familie, Freunde und Bekannte werden begeistert sein!
Also, um das nochmal genauer zu beschreiben, nein, das hier ist kein Standard-Mürbeteig, denn um den Cookie so wunderbar mürbe zu machen, ist es in Südamerika üblich Maismehl zu verwenden. Mais wird viel und gerne in Südamerika benutzt, schließlich kommt Mais auch aus der Region, kein Wunder, dass Maismehl deutlich mehr verwendet wird als zum Beispiel Weizenmehl. Durch das Maismehl wird der Teig besonders toll mürbe und ist wunderbar schmelzend. Ich habe ihm noch echte Vanille zugefügt, damit er einen ganz besonderen Geschmack erhält.
OK, ich oute mich, ich bin im WM-Fieber. Das liegt daran, dass mein Geburtstland Uruguay immer noch dabei ist, juchhei! Den ehemaligen Europameister Portugal rausgekickt, da finde ich kann man stolz sein! Deshalb hatte ich Lust Alfajores (auf Deutsch „alfachores“ ausgesprochen) zu machen. Alfajores stammen eigentlich aus Spanien, werden aber mittlerweile auch in den ehemaligen Kolonien Uruguay und Argentinien sehr gerne produziert. Die uruguayische Variante besteht aus einem Doppelkeks, der traditioneller Weise mit dulce de leche, das ist Karamellcreme aus gesüßter Kondensmilch, gefüllt wird. Der Doppelkeks besteht nicht aus klassischem Mürbeteig, sondern wird mit Maisstärke gemacht, wodurch er sehr schön mürbe wird. Ich musste mich als bekennender Chocoholic natürlich auf die Schokovariante konzentrieren, bei der der Doppelkeks nochmal in geschmolzene Schokolade eingetaucht wird. Offiziell heißen sie dann alfajores marplatenses, mar de plata (auf Deutsch Silbermeer) bezeichnet die wohl östlichste Region Argentiniens. Alfajores sind so etwas wie der Standard-Keks aus Uruguay und Argentinien, man kann ihn überall kaufen und er wird sehr gerne als Snack gegessen. Auch als Souvenir wird er gerne an Touristen verkauft. Meine Schokovariante hält sich gut, da die Schokoschicht als Schützhülle den Keks gut verschließt. Ich hoffe jedoch, dass deine Alfajores genauso schnell weggefuttert sind wie bei mir.
Pizza! Deep-dish-Pizza aus Uruguay! Ich bin mir sicher, dass keiner von euch das schon mal gehört, geschweige denn gegessen hat. Darf ich vorstellen? Gourmet „Torta de Fiambe“ (Schinken- und Käsepizza a la Calzone), die aus Uruguay stammt und normalerweise aus einer Art Pizzateig, auf den Schinken und Käse geschichtet werden und mit einem weiteren Teigdeckel verschlossen wird, besteht. Im Mittelpunkt stehen der geschmolzene Käse, Schinken von guter Qualität und ein Pizzateig, der an Empanadateig erinnert: knusprig und gleichzeitig buttrig. Dem habe ich nun mein persönliches I-Tüpfelchen aufgesetzt, indem ich Tomaten, gekochte Eier und die uruguayische Gewürzmischung namens Chimichurri hinzugefügt habe. Ich hoffe, du hast Lust auf diese Mischung aus Calzone, Quiche, Pie und Pizza. Zumindest habe ich mir gedacht, dass dieses Rezept was Gutes für das Blogevent „You had me at pizza!“ von Marcs Blog Bake to the Roots wäre.
Uruguay ist das Land, in dem ich geboren wurde. Meistens hat niemand eine Ahnung, was es dort für typische Speisen gibt, oft scheitert es an der korrekten Einordnung auf welchem Kontinent das Land liegt (Südamerika). Deshalb freue ich mich umso mehr hier eine uruguayische Köstlichkeit vorstellen zu dürfen. Kurz und knapp gesagt ist die uruguayische Küche stark von der spanischen und italienischen Küche beeinflusst. Außerdem exportiert Uruguay Rindfleisch. Wusstest du, dass es vier Mal mehr Rinder als Menschen in Uruguay gibt? Ich kann dir garantieren, dass du Probleme in deinem Uruguayurlaub haben wirst, solltest du Vegetarier oder gar Veganer sein, denn wenn es etwas in Uruguay en masse gibt, dann ist es Rindfleisch.











