Heute gibt es einen glutenfreien Käsepfannkuchen aus Paraguay – mbejú genannt. Mbejú bedeutet auf Guarani „flacher Kuchen“. Das die Lateinamerikaner ein gewisses Faible für die Kombination von Käse und Cassava- oder Maniokstärke haben, sollte bereits bekannt sein. Es gibt noch einen anderen Snack aus Paraguay, der genau aus dieser Kombi besteht, chipa sind kleine glutenfreie Käsebällchen, die super schnell zubereitet werden können und in meiner Familie super beliebt sind. Ein Cousin davon sind die brasilianischen pão de queijo oder auch die kolumbianischen pandebonos. Statt aber wie in den anderen Fällen den Teig zu Bällchen zu formen, werden sie hier in Pfannkuchenform gereicht und sind somit außen knuspriger.Sie ähneln damit wiederum mexikanischen Tortillas, enthalten aber ordentlich Käse.
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Heute wird es ein bisschen nostalgisch, gestern bin ich 44 Jahre alt geworden und habe deshalb beschlossen eine Neuauflage der berühmten Torte aus meiner Geburtsstadt Paysandú in Uruguay zu zeigen. Postre chajá ist eine Torte, die Vanillebiskuitböden, Pfirsiche, geschlagene Sahne, die Karamellcreme dulce de leche und Baiser in sich vereint. Ja, das sind viele Komponenten. Ja, das ist aufwändig, wenn man alles selbst macht. Diesmal beschloss ich nicht Pfirsiche aus der Dose herzunehmen, wie ich es in der alten Version gemacht habe, sondern mit richtig frischen und leckeren Sommer-Pfirsichen. Diese habe ich für die Füllung in Würfel geschnitten und in etwas Zucker und mit Vanilleextrakt aufgekocht und für die Deko oben in Scheiben. Dafür habe ich dann gekauftes Baiser und dulce de leche verwendet.
Heute gibt es ein Schichtdessert namens polvito uruguayo, das eigentlich aus Uruguay stammt, aber lustigerweise auf Gran Canaria berühmt geworden ist. Normalerweise ist es ja genau umgedreht, viele Gerichte und Desserts aus Spanien sind mittlerweile in ganz Lateinamerika beliebt, wie zum Beispiel die Eierspeise flan, die Doppelkekse mit Karamellfüllung namens alfajores oder die gefüllten Teigtaschen mit Namen empanadas. Oft wurden die Zutaten angepasst, statt Quitten für die Quittenpaste dulce de membrillo nimmt man in Kolumbien einfach Guave her. Umso spannender finde ich, dass hier mal eine uruguayische Einwanderin auf Las Palmas einem uruguayischen Dessert zu Ruhm verhalf und es mittlerweile als Standarddessert auf der Insel gilt. Die Bestandteile sind schnell erklärt, eine Schicht kleingekrümelte Kekse (wer mag, kann diese noch mit etwas geschmolzener Butter vermischen), geschlagene Sahne, Baiser und die Karamellcreme dulce de leche werden hier aufeinandergeschichtet. Simpel, einfach und lecker. Aber Achtung, eine Kalorienbombe ist es definitiv.
Leute, ihr glaubt gar nicht wie stolz ich bin, dass ich endlich arepa de huevo, einen frittierten Maisfladen mit Ei-Füllung aus Kolumbien, hier vorstellen kann. Dieser Snack besteht aus nur drei Zutaten: Maismehl, Ei und Öl (und Wasser und Salz, wenn man das dazuzählen will). Aber ich sage euch, das ist echt eine Kunst diese Teilchen herzustellen. Ihr glaubt gar nicht wie viele Versuche ich schon gestartet hatte. Das erste Mal gegessen habe ich diese Teilchen direkt an der karibischen Küste Kolumbiens, Cartagena ist in ganz Kolumbien bekannt für diesen Snack. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, wie wir an einem Straßenstand fasziniert beobachtet haben, wie die Dame einen riesigen Bottich mit Frittieröl quasi mit ihren Fingern berührte und sich einfach nie zu verbrennen schien. Es sah alles so einfach aus und schmeckte hervorragend. Außen knusprig frittiert und innen ein Ei, das ist wirklich mega. Unten gibt es das Beweisfoto.
Macht ihr Impulsivkäufe? Mir passiert das manchmal bei Lebensmitteln. Wir waren in einem lateinamerikanischen Geschäft unterwegs. Dort habe ich diesen lila Mais (auf Spanisch maíz morado) entdeckt und dachte, der sieht ja cool aus, den nehm ich mit. Erst im Nachhinein hab ich mich hingesetzt und geschaut, was es so für Rezepte damit gibt. Am allermeisten scheint tatsächlich chicha morada, dieses Erfrischungsgetränk aus Peru draus gemacht zu werden. Und da es hier gerade krass heiß ist, hab ich mich also ans Werk gemacht. Erfrischungsgetränk ganz ohne Alkohol und mit einer richtig coolen Farbe? Bin ich dabei. Nachdem mein Mann und ich es gekühlt probiert haben, waren wir beide begeistert. Gerade an einem heißen Tag ist dieses Getränk wirklich erfrischend. Es enthält etwas Zucker, aber nicht so viel, dass man als wirklichen Durstlöscher ganz viel Wasser hinterher trinken muss. Mein Mann (Kolumbianer), hatte es schon öfter getrunken. Ich hatte es bisher einmal auf einem Festival probiert, muss aber sagen, dass ich es da nicht so lecker fand. Umso glücklicker waren wir, dass es selbstgemacht so gut war. Man kann, wie man es auf den Fotos sieht, Ananas- und Apfelstückchen dazugeben, muss man aber nicht.
Dieses Dessert aus Argentinien ist ein gehaltvolles Schichtdessert, es ähnelt ein bisschen Tiramisu, aber wird ohne Mascarpone oder rohem Ei zubereitet. Stattdessen gibt es hier Löffelbiskuit, eine Schicht Karamellcreme namens dulce de leche, Puddingcreme und Sahne. Natürlich werden die Löffelbiskuit in einem Sirup mit Alkohol getränkt, wodurch der Name herkommt. Dazu stellt man einen einfachen Sirup her und mischt den Alkohol im Anschluss unter. Wenn man möchte, kann man den Alkohol auch direkt mit aufkochen, dann verfliegt er beim Kochvorgang. Alternativ kann man natürlich auch mit anderen Zutaten ersetzen, wie zum Beispiel Milch. Achtung, hiervon kann man nur ein kleines Stückchen essen, es ist sehr gehaltvoll.
Mit diesem Post eröffne ich die Grillsaison – und zwar auf kolumbianisch. Es gibt unten alle Rezepte für die typischen Beilagen und Verlinkungen, wo man sich das Fleisch in Deutschland bestellen kann. Ich wurde dafür nicht bezahlt, ich will hier versuchen eine gute Übersicht zu geben, was zu einem kolumbianischen Grillfest alles dazugehört und wo man die Zutaten in Deutschland auftreiben kann. Da ich mit einem Kolumbianer verheiratet bin, wird er natürlich immer ganz nostalgisch, wenn die Grillsaison startet. Ach, wäre das toll, wenn wir so richtig kolumbianisch grillen könnten. Glücklicherweise haben wir erst jetzt vor kurzem im Urlaub mit seiner Familie gegrillt, sodass ich gleich Fotos gemacht habe. Zwei alte Bilder sind aber auch dabei, weil wir diesmal keine Maiskolben gegrillt haben und ich diese typische Beilage unbedingt auch vorstellen wollte.
Sopa paraguaya ist das Nationalgericht Paraguays und keine Suppe, sondern ein Maisbrot mit Käse und Zwiebeln. Es ist von Natur aus glutenfrei und ähnelt etwas dem amerikanischen „Cornbread“. Es wird traditionell mit Fleisch (asado) gereicht und eignet sich wunderbar als Beilage zu kräftigen Eintöpfen und Suppen. Gerne auch zur paraguayischen Suppe Vori Vori. Auch zum Frühstück ist es nicht unüblich. Um die Entstehung dieses ungewöhnlichen Namens (denn auf Spanisch bedeutet „sopa“ Suppe), ranken sich ganz viele Geschichten, eine möchte ich euch unten mitgeben.
Heute gibt es etwas aus Chile: empanadas de pino oder empanadas chilenas. Empanadas sind gefüllte Teigtaschen, meist zu einem Halbmond geformt, die in ganz Lateinamerika sehr beliebt sind. Nicht von ungefähr gibt es bei mir einen Blogartikel mit weiteren acht verschiedenen Empanada-Rezepten. Jedes Land hat seine eigenen Version, teilweise beansprucht sogar eine Stadt eine Variante, wie zum Beispiel Mendoza in Argentinien. Das Rezept für Empanadas aus Mendoza habe ich natürlich auch schon auf dem Blog. Heute gibt es die Variante aus Chile. Das Besondere an den chilenischen Empanadas ist die Süße, das sind zum einen die karamellisierten Zwiebeln (pino) und zum anderen die Sultanien, die dazu beitragen. Dem entgegengesetzt wird Schärfe mit Chili. Ich warne an dieser Stelle vor, Empanadas vorzubereiten macht viel Arbeit; man erstellt erst einen Teig, dann die Füllung, dann muss man die Empanadas formen und am Schluss noch 25min backen. Ich verteile die Arbeit grundsätzlich immer auf zwei Tage oder friere sie ein. Dadurch, dass wir hier die Zwiebeln karamellisieren, dauert es nochmal länger als sonst, bis man in eine fertige Empanada beißen kann. Aber ich persönlich liebe diese Mischung auch herzhaft und ganz leicht gesüßt.
Jawoll, dieser Kuchen namens „bolo nega maluca“ heißt wörtlich übersetzt „Kuchen der verrückten Schwarzen“, angeblich, weil eine Sklavin wohl aus Versehen Kakaopulver in einen anderen Kuchen hineingab, aber niemand genau wusste, was sie dabei murmelte und es somit der verrückte Kuchen der Sklavin wurde. Sicherlich eine phantasievolle Anekdote, deren Wahrheitsgehalt fraglich ist. Fakt ist, dass dieser Schokokuchen aus Brasilien mit genau einer Schüssel auskommt, in wenigen Minuten zusammengerührt ist und er super zu einem Geburtstag oder besonderen Anlass zubereitet werden kann, wenn man nicht ganz so viele Gäste erwartet. Man kann ihn pur ohne Tränke und Topping einfach mit Puderzucker oder Kakao bestäubt servieren, wenn man wirklich ganz schnell sein will. Bei mir gibt es die Kleinversion, eine 18cm Springform, auch wenn er meist als Blechkuchen gereicht wird. 


















