Jawoll, dieser Kuchen namens „bolo nega maluca“ heißt wörtlich übersetzt „Kuchen der verrückten Schwarzen“, angeblich, weil eine Sklavin wohl aus Versehen Kakaopulver in einen anderen Kuchen hineingab, aber niemand genau wusste, was sie dabei murmelte und es somit der verrückte Kuchen der Sklavin wurde. Sicherlich eine phantasievolle Anekdote, deren Wahrheitsgehalt fraglich ist. Fakt ist, dass dieser Schokokuchen aus Brasilien mit genau einer Schüssel auskommt, in wenigen Minuten zusammengerührt ist und er super zu einem Geburtstag oder besonderen Anlass zubereitet werden kann, wenn man nicht ganz so viele Gäste erwartet. Man kann ihn pur ohne Tränke und Topping einfach mit Puderzucker oder Kakao bestäubt servieren, wenn man wirklich ganz schnell sein will. Bei mir gibt es die Kleinversion, eine 18cm Springform, auch wenn er meist als Blechkuchen gereicht wird. 
Heute gibt es Vori Vori oder Bori Bori, eine Suppe aus Paraguay, die kleine Maismehlbällchen als Hauptmerkmal hat. Der Name der Suppe „vori vori“ bedeutet in der Sprache Guarani „viele Bällchen“. Guarani scheint wie auch andere Sprachen einfach ein Wort zwei Mal nacheinander zu nennen, wenn man damit den Plural bezeichnen will. Vori Vori ist 2026 als beste Suppe der Welt vom Tasteatlas erklärt worden. Die Suppe ist relativ schnell gemacht, im Original brät man Hähnchen an, dann Gemüse und schon geht es daran die Suppe mit Wasser aufzufüllen und zu köcheln. Am Ende kommen die charakterischtischen Maismehlbällchen hinzu und werden ca. 10min gar gekocht. So hat man eine wärmende und nahrhafte Suppe, die besonders in den Wintermonaten die Seele wärmt.
Pionono aus Argentinien oder Uruguay ist ein populäres Rezept zu Silvester, wenn man Fingerfood braucht. Halt dich fest, wir machen eine Biskuitrolle, aber füllen sie mit herzhaften Zutaten. Ich weiß, ich weiß, das klingt für deutsche Ohren erst einmal seltsam. Aber wenn man Brioche, was auch Zucker enthält, für Sandwiches hernehmen kann, dann geht doch aus sowas, oder? Ich musste mich auch erst einmal überwinden, aber als ich mich dran gewöhnt habe, muss ich sagen: mega lecker und viel schneller zu machen als jedes Brot, Biskuit kann ich mittlerweile im Schlaf. Ich hab hier extra das Rezpt genommen, das auch Anfängern gut gelingt.
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Ja, du hast richtig gelesen, in Kolumbien serviert man heiße Schokolade mit Käsewürfeln, das sind nicht Marshmellows, die man da sieht, nein, das ist Mozzarella. Aber bevor du sagst, wie seltsam, würde ich dich einladen es zumindest einmal auszuprobieren. Denn Käse, insbesonderer milder Käse wie Mozzarella, ist ein Milchprodukt vergleichbar mit Schlagsahne. Wenn du kein Problem hast geschlagene Sahne zu deiner Schokolade hinzuzufügen, dann sollte milder Käse doch auch einen Versuch wert sein, oder?
Hurra, heute öffne ich das 4. Türchen von Zorras famosen Adventskalender. Es gibt ajiaco, einen kolumbianischen Hühner- und Kartoffeleintopf. Es ist das mit Abstand meistgeliebte Rezept Kolumbiens von mir. Es stammt aus der Hauptstadt Bogotá und wird vollständig „ajiaco bogotano oder santafereño“ genannt. In Bogotá ist die Suppe oder der Eintopf so beliebt, dass man diese Speise gerne als Weihnachtsessen reicht. Zu kolumbianischen Weihnachtsbräuchen und -rezepten, kann man gerne hier schauen. Ich hatte bis dato dieses leckere Rezept jedoch noch nicht selbst zubereitet, weil ich immer dachte, dass einige wichtige Zutaten nicht in Deutschland aufzutreiben sind. Zum Beispiel das sogenannte Franzosenkraut bzw. Knopfkraut, das ich bisher noch nirgendwo gefunden hatte und was die Suppe so charakteristisch schmecken lässt. Das hat mich immer sehr betrübt. Aber alas, man kann sich ja auch zur Not was online bestellen bzw. wurde ich von einer Leserin darauf hingewiesen, dass es hier in München lateinamerikanische Geschäfte gibt, die dieses Kraut verkaufen. Und siehe da, ich konnte endlich mein liebstes Hauptgericht aus Kolumbien hier in Deutschland zubereiten! Als ich das erste Mal Hand anlegte, muss ich sagen, wow, das kam dem Original wirklich schon sehr, sehr nahe.
Torta negra aus Kolumbien und Venezuela ist quasi gleichzusetzen mit unserem Stollen, dieser Kuchen wird einige Wochen im Voraus zubereitet. Man kann ihn natürlich auch frisch essen, er wird aber mit der Zeit immer besser, wenn er hat durchziehen können. Man munkelt, dass in Kolumbien und Venezuela die Trockenfrüchte bis zu einem Jahr (!) in Rum oder Wein eingelegt werden. Jedes Jahr zu Beginn der Weihnachtszeit nimmt man also die Trockenfrüchte aus dem Vorjahr und setzt dann neue an. Ich selbst habe die Trockenfrüchte nur eine Woche ziehen lassen und selbst da hat alles wunderbar gemundet. Ganz so krass muss man es also nicht handhaben. Torta negra hat einige Ähnlichkeiten mit den britischen Früchtekuchen (fruit cake), da ein schwerer Rührteig mit eingelegten Trockenfrüchten gebacken wird. Charakteristisch für diesen Kuchen ist jedoch, dass sogenannter „gebrannter Zucker“ (quemado oder dulce de panela) einen leicht bitteren Karamellgeschmack herbeiführt, auch die Trockenfrüchte sind andere, man verwendet Mango, Ananas, Papaya etc. Außerdem werden gehackte Nüsse unterhoben. Auch dieser Kuchen wird wie der britische fruit cake mit Alkohol getränkt, das dient dazu, dass er länger haltbar ist und sehr saftig wird. Man serviert ihn zu Hochzeiten oder auf Geburtstagen. Ich habe erzählt bekommen, dass der Großvater meines Mannes, der Dorfbäcker in Kolumbien, diesen Kuchen oft einen Monat im Voraus für Hochzeiten zubereitete.
Wenn die Firma einen mexikanischen „dia de los muertos“, also gleichzusetzen mit dem 2. November (Allerseelen), organisiert, dann bin ich dabei. Das Wichtigste an diesem Tag in Mexiko? Pan de muerto, ein süßes Hefebrot mit leichtem Orangen- und Anisgeschmack, das man in ganz Mexiko in verschiedenen Ausführungen antreffen wird. Also hab ich mich freiwillig gemeldet und gesagt, dass ich gerne pan de muerto für die Veranstaltung beisteuern will. Weil ich gerne backe und weil ich gerne neue Rezepte aus anderen Ländern ausprobiere. Also wie immer das Internet durchforstet nach Rezepten, einmal Probe gebacken, um dann zu sagen, Leute, im Endeffekt ist das einfach ein buttriger Hefeteig, der mit Orangenabrieb (und eigentlich auch Anis) angereichert wird, warum dann nicht meinen bewärten Hefezopf als Grundlage hernehmen? Gesagt, getan.
Aus Argentinien habe ich wieder Doppelkekse mitgebracht, diesmal aus Cordoba. Sie heißen auf Spanisch alfajores cordobeses. Charakteristisch ist hierfür ein sehr mürber Keks, der mit einem Anteil Speisestärke zubereitet wird, um dann mit Quittenpaste oder dulce de membrillo gefüllt zu werden. Der Doppelkeks wird dann noch in Puderzuckerglasur getunkt. So lecker!
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Hurra, heute ist der internationale Tag des Kaffees, wusstest du das? Ich feiere den ganzen Oktober über Kaffee mit meinem Blogevent, bei dem Blogger-Rezepte gesucht werden, die Kaffee enthalten. Starten wollte ich zur Feier des Tages mit Kaffee-Flan. Kennst du Flan? Das ist eine gestockte Eierspeise aus Spanien, die mittlerweile auch in ganz Südamerika beliebt ist. Natürlich habe ich schon regulären Flan auf dem Blog, diesmal wollte ich jedoch einen mit Kaffeegeschmack machen. Als ich mich dann auf die Suche nach Rezepten machte, stellte ich fest, dass die allermeisten Rezepte Espressopulver verwenden, um den Kaffeegeschmack nachzuahmen. Das fand ich aber nicht so gut. Umso mehr hat mich dann gefreut, dass in meinem kolumbianischen Rezeptbuch tatsächlich ein Kaffeesirup hergestellt wird. Dadurch ist der Geschmack intensiver, aber gleichzeitig auch nicht so bitter.
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Tres leches, also drei Milchsorten, oder tarta de tres leches, ist ein berühmter Kuchen aus Mexiko. Ich wollte ihn schon lange hier vorstellen, bin aber nie dazu gekommen. Heute schaffe ich es endlich und kann diesen berühmten Kuchen aus Mexiko vorstellen. Es ist quasi ein Biskuitteig, der mit drei Milchsorten (Kondensmilch, gesüßte Kondensmilch und Sahne) getränkt wird und dadurch besonders saftig und lecker wird. Auf den Biskuit kommt dann noch eine Schicht Schlagsahne, die mit Zimt bestreut wird. Wer Milch- und Vanillegeschmack mag, kommt bei diesem Kuchen voll auf seine Kosten.
















