Auf einen Kaffee, die fünfte

Während ich diese Zeilen schreibe, ist mein letzter Tag vom einmonatigen Urlaub, der Durchatempause, dem Zwischenstopp, wie auch immer man das nennen mag. Ich habe mir nämlich den kompletten März 2019 über frei genommen. Ein Luxus, ich weiß. Ich arbeite Vollzeit, dieser Backblog ist mein Hobby, der Ort, bei dem ich mich entspanne, nach der Arbeit und am Wochenende. Ich habe Vollzeit in Hamburg gearbeitet und werde hier ab morgen auch in München wieder arbeiten, aber ich brauchte ein bisschen Pause. So ein Umzug in eine Stadt, die 800km weiter weg ist, ist für die Seele nicht mal eben in ein paar Stunden bewerkstelligt, auch wenn man physisch schon vor Ort ist.

Natürlich bin ich ein bisschen wehmütig, wie kann es sein, dass ein Monat so schnell verfliegt? Wie kann es sein, dass ich gerade eben noch Wände weiß gestrichen habe in Hamburg, meine Nachfolgerin eingearbeitet, Abschiedsfeiern gehabt und nun geht es schon wieder los in einer anderen Stadt? So ganz kann ich es noch nicht glauben, es ist schon erschreckend wie schnell sich ein Tag füllt, gerade wenn man nicht arbeitet.

Meine Bilanz nach dem Monat?

  • Eher halbherzig angefangen mein Mittagessen zu kochen und am Ende sogar ein wenig Spaß dabei gehabt

Besonders gefallen hat es mir selber Pasta zu machen. Teig zu kneten und auzurollen, das ist mir vertraut und liegt mir, mehr als kochen an sich, ich bin und bleibe eben die Bäckerin im Hause. Irgendwie stresst mich das Kochen, zu viele Töpfe, die man gleichzeitig bedienen muss und um Aufmerksamkeit schreien, dann lieber schön nacheinander Schritt für Schritt und mit genauen Mengenangaben genau eine Schüssel im Blick haben. Deshalb gab es gefühlt eine Woche lang jeden Tag selbstgemachte Pasta zu Mittag, liebevoll von mir in schweißtreibender Arbeit hauchdünn ausgerollt. Tagliatelle, Lasagneplatten, alles, was man ohne Nudelmaschine machen kann, hab ich mir gekocht. Am leckersten fand ich am Ende Tagliatelle mit getrockneten Tomaten, Spinat und Walnüssen.

Tagliatelle mit getrockneten Tomaten, Spinat und Walnüssen

  • Von Pasta schöne Fotos machen zu wollen, ist schwerer als gedacht

Vielleicht auch, weil ich immer zu hungrig war, um ewig lange Fotos zu machen, schließlich wollte ich die Nudeln noch warm essen. Da sind Kuchen und Cupcakes doch wirklich dankbarere Abnehmer, in 90% der Fälle kann man so einen Kuchen ein bis zwei Stunden hin und herschieben und nichts passiert. Gut, dass ich einen Backblog habe, ich wäre wahrscheinlich sonst ein sehr grantiger Mensch.

Ein Foto von der Herstellung der dreifach schokoladigen Muffins

  • Ich nahm mir vor jeden Tag Fotos zu machen, egal von was

Das war viel einfacher als gedacht. Pluspunkt, ich habe noch nie so viel Spaß beim Fotografieren gehabt wie in diesem Monat. Ich muss zugeben, Fotografie ist definitiv zu meiner neuen Leidenschaft geworden. Während backen mich entspannt und ein Ausgleich zum Stress ist, ist Fotografie viel eindeutiger ein künsterlisches Ventil. Backen ist dazu da, um anderen eine Freude zu machen, Fotografieren, anderen Schönheit zu zeigen, so sehe zumindest ich das. Unten sieht man ein Bild vom “Behind the Scenes” der Limettenschnittchen, die es hier auf dem Blog gibt.

  • In diesem einen Monat habe ich gebacken wie noch nie

Noch nie habe ich so viel und so dauerhaft gebacken wie im März 2019. Normalerweise backe ich nur freitags oder am Samstag, man will es ja nicht übertreiben, aber in diesem Monat hatte ich frei und wollte mich mit Dingen beschäftigen, die mir Spaß machen. Also habe ich ganz viel gebacken. Natürlich gab es eine große Kaffeetafel mit mehr als zehn Gästen. Dafür habe ich die unten abgebildete Erdbeer-Schokotorte erneut gebacken, sie hat großen Anklang gefunden und war binnen weniger Stunden komplett weg.

Erdbeer-Schokotorte

  • Natürlich hat das viele Backen auch bei mir seine Spuren hinterlassen, ich habe etwas zugelegt

Ein bisschen Angst habe ich ja, das hier in der Öffentlichkeit zu schreiben, aber es gibt kein Zurück. Mit meinen 1,77cm bin ich zwar eine ziemlich große Frau, die schon so einiges verträgt, aber bei so viel Backangebot muss auch ich kleinbeigeben, die Waage zeigt im Moment gefährlich viel an. Ich habe, wie so viele Frauen, auch schon so einige Diäten ausprobiert, natürlich bisher erfolglos. In diesem Monat habe ich deshalb auch das Buch “Ich nehm schon zu, wenn andere essen” von Nicole Staudinger (nein, ich werde nicht dafür bezahlt, dass ich das Buch hier nenne, das ist ganz allein auf meinem Mist gewachsen) gelesen und es hat mich inspiriert. Ich war noch nie ein Fan davon, bestimmtes Essen oder gar ganze Essenskategorien zu verdammen, das klappt einfach nicht. Wie Nicole kann und will ich einfach nicht mein Leben lang auf Kohlenhydrate oder Kuchen verzichten, dazu bin ich viel zu sehr ein Genussmensch. Aber ich habe bereits ziemlich gute Erfahrungen mit dem Interfallfasten gemacht. Ich möchte mit der etwas sanfteren Variante einsteigen, bei der man in einem Zeitfenster von zehn Stunden essen darf, was man möchte und den Rest der Zeit nichts außer Wasser zu sich nimmt. Das ist eine Art “Diät”, mit der ich gut leben kann. Keine Einschränkungen, kein Stress, keine bekloppten Ausreden, wenn man mit Freunden essen geht. Eigentlich soll man möglichst immer zur gleichen Zeit das Essensfenster beginnen, aber ich habe in der Vergangenheit durchaus das Fenster kurzerhand verschoben, wenn eine Party anstand oder aus welchen Gründen auch immer ich zu anderen Zeiten als normal essen wollte. Am Wochenende habe ich das sowieso nicht so streng gesehen und trotz allem habe ich zu der Zeit erfolgreich abgenommen und das Gewicht auch gehalten. Mal schauen wie es dieses Mal klappt. Jetzt ist es ja hier öffentlich und ihr seid meine Zeugen 😉

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