Dresdner Eierschecke

Dresdner Eierschecke

Heute habe ich ein ganz nostalgisches Rezept mitgebracht, Dresdner Eierschecke. Kennt ihr nicht? Müsst ihr unbedingt probieren, das ist Dresdens Antwort auf einen Käsekuchen. Es gibt unheimlich viele Varianten, ob mit Hefe- oder Mürbeteig, mit oder ohne Rosinen, ob man den Boden ganz weglässt, sie als Blechkuchen oder Torte serviert, es gibt viele Streitpunkte. Laut Wikipedia stammt der Begriff „Schecke“ aus dem 14ten Jahrhundert, was einen Dreiteiler in der Herrenkleidung beschrieb, deshalb sollte eine Eierschecke wohl eigentlich aus drei Teilen bestehen: einem Boden (Hefe-, Rühr- oder Mürbeteig), einer Quarkschicht und der Eierschecke (kann man sich vorstellen wie Pudding, bei dem Eischnee eingearbeitet wird) als oberste Schicht.

Dresdner EierscheckeWer nach Dresden reist, sollte auf jeden Fall Eierschecke probieren, jede Bäckerei hat welche im Angebot, besonders bekannt ist die Eierschecke des Dresdner Kaffeestübchens, das jeden Tag liebevoll handgemachte Schecke nach Omas Rezept serviert.

Dresdner Eierschecke aus dem Dresdner KaffeestübchenDie Dresdner Eierschecke wie sie im Dresdner Kaffeestübchen serviert wird, nämlich ohne Boden.

Ach ja, wenn ich so über Dresdner Eierschecke nachdenke, werde ich nostalgisch. Sehr gerne habe ich fast zehn Jahre in Dresden gelebt und auch dort geheiratet. Unten sieht man die Semperoper, den Blick von der Neustadt auf die Altstadt mit der Hofkirche und rechts die allseits bekannte Frauenkirche, die wieder aufgebaut wurde. Nicht umsonst wird Dresden als Elbflorenz bezeichnet,  es finden sich viele wunderschöne alte Gebäude aus der Barockzeit und wie in Florenz schlängelt sich die Elbe durch die Stadt, gibt ihr Grenzen und weicht diese wieder auf. Einen Besuch ist Dresden auf jeden Fall wert und wenn man einmal raus hat, dass „nu“ alles möglich bedeutet kann, aber niemals „nein“, sondern eher „ja“ oder eine Art Zustimmung ist, dann ist man gewappnet.

 

Nostalgisch ist dieser Beitrag auch, weil ich das Rezept von einer sehr netten Dame aus Dresden erhalten habe. Die aber in München lebt, um nahe bei ihren Kindern zu sein. Sie hat mir gleich zwei Rezepte mitgegeben, damit es nochmal schwieriger wird mit der Entscheidung. Am Ende entschied ich mich für die „unechte“ Eierschecke, die laut eigener Aussage ihre Lieblingsschecke ist. Mir kam es ganz recht, da sie einen dünnen Mürbeteig enthält, relativ wenig Quarkmasse, aber dafür ordentlich viel Eierschecke, so ähnlich wie im Dresdner Kaffeestübchen. Das Rezept ist eigentlich für eine 26er Form gedacht, aber da wir hier nur zu zweit sind, habe ich das Rezept für eine 18er Form halbiert. Im Rezept findet man die Angaben für eine 26er Springform, wenn man eine 18er Springform hat, würde ich 3 Eier für die Eierschecke nehmen und weiterhin ein Eigelb im Mürbeteig verarbeiten. Von allem anderen dann jeweils die Hälfte.

Dresdner Eierschecke

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Prep Time: 45min Cooking Time: 1hr Total Time: 1hr 45min

Diese Dresdner Eierschecke besteht aus Mürbeteig, einer Quarkschicht und einer dicken Schicht Eierschecke.

Ingredients

  • Mürbeteig für eine 26er Springform
  • 240g Mehl, type 405
  • 65g Puderzucker
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 160g kalte Butter
  • 1 Eigelb

  • Quarkmasse
  • 1 Packung Vanillepuddingpulver
  • 2 EL weißer Zucker
  • 375g Milch
  • 750g Quark

  • Eierschecke
  • 5 Eier
  • 150g weiche Butter
  • 150g Zucker
  • 1 TL Vanillextrakt

Instructions

1

Für den Mürbeteig das Mehl, die Zuckersorten und Salz in eine Schüssel geben, die kalte Butter in Stückchen draufsetzen. Rasch mit den Händen zu Streuseln verarbeiten, dann das Eigelb dazugeben und alles nur so lange verkneten bis man einen Ball formen kann. Gut verpackt mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank kühlen.

2

Vanillepudding mit der angegebenen Milchmenge nach Packungsanweisung kochen und abkühlen lassen. Keine Haut bildet sich, wenn man direkt auf den noch warmen Pudding Frischhaltefolie legt. Dann für die Quarkmasse den abgekühlten Pudding mit dem Quark verrühren. Den Mürbeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche per Nudelholz ausrollen und in der Springform und am Rand verteilen. Dann 2/3 der Pudding-Quarkmasse darauf verteilen und in den Kühlschrank stellen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

3

Für die Eierschecke die Eier trennen, dabei das Eigelb direkt in das übrig gebliebene Drittel Pudding-Quarkmasse geben und nur das Eiweiß in eine separate Schüssel geben. Butter, Zucker und Vanilleextrakt ebenfalls zur Quarkmasse geben und alles miteinander vermengen. Das Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter die Eigelbmasse unterheben. Die so vorbereitete Eierschecke als oberste Schicht gleichmäßig verteilen. Ca. 60min auf mittlerer Schiene backen, 30min im abgeschalteten Ofen stehen lassen und dann auf Raumtemperatur bringen. Wie alle Käsekuchen schmeckt die Schecke besonders gut, nachdem sie mindestens eine Nacht hat im Kühlschrank kühlen können.

Dresdner Eierschecke

 

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4 Kommentare

  • Antworten
    Ulrike
    Freitag, der 10. Juni 2022 at 12:31

    Oh ja, in Dresden ist die Eierschecke ein Muss, ich schwöre auf das Rezept bin Tante Elli

  • Antworten
    Ilka
    Samstag, der 11. Juni 2022 at 07:57

    Dresden ist prima und die Eierschecke ein MUSS. Deine sieht jedenfalls toll aus.
    Wir sind Anfang Juli wieder dort und rate, was wir uns gönnen werden 😉
    LG Ilka

  • Antworten
    Jacqueline
    Samstag, der 11. Juni 2022 at 15:37

    Hi,also der Pudding kommt keinesfalls in die Quarkmasse…. die Quarkmasse kommt auf den Hefeteig oder Mürbeteigboden,anschließend wird der Pudding mit dem Zucker und der Milch zubereitet, wenn er etwas abgekühlt ist
    (lauwarm) nun die Eigelb mit der Butter(Zimmertemperatur)verrühren und in den Pudding geben ,alles zu einer glatten Masse verrühren, jetzt das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und unter die Puddingmasse heben/rühren.
    Jetzt wird der Kuchen in drei Etappen gebacken.160grad 30min
    150grad20min
    140grad20min
    Den Kuchen ca.10min im Ofen ruhen lassen,

    • Antworten
      Jenny
      Samstag, der 11. Juni 2022 at 18:58

      Liebe Jacqueline, ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, warum du deinen Kommentar hier hinterlässt. Dass es viele verschiedene Rezepte gibt, sollte klar sein, ich habe wie gesagt dieses von einer Dresdnerin erhalten. Magst du mir erklären was du genau mit deinen Angaben bewirken willst? Grüße, Jenny

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