Russische Honigtorte – Medowik

Heute stelle ich den Cousin der russischen Napoleon-Torte vor: Medowik bzw. Honigtorte. Genau wie bei der Napoleon-Torte gibt es hier zwölf Teigschichten, die aus einem Honigteig erstellt werden. Auch hier gibt es diverse Optionen, was man als Füllung hernehmen kann. Ich entschied mich für die klassische Schmandfüllung. Genau wie bei der Napoleon-Torte krümelt man die Teigreste fein und klebt sie außen an. 12 Teigplatten zu erstellen dauert seine Zeit, deshalb sei vorgewarnt. Belohnt wird man dafür mit einer vollmundigen Torte. Ich mag normalerweise eher fruchtige und frische Torten, aber wenn ich mir bei so einer Torte Nachschlag hole, will das wirklich was heißen. Ich stelle hier sehr bewusst eine Torte mit kleinerem Durchmesser vor, 18cm ist sie, aber dafür ziemlich hoch. Von einem Stück wird man sehr gut satt, man kann also wirklich schmale Stücke schneiden.

Ich habe russlanddeutschen Hintergrund, deshalb gibt es Wareniki, Pelmeni, Borscht, Paska und Zwieback (Twoiback) bereits auf dem Blog. Selbstverständlich gibt es auch Napoleon auf dem Blog. Heute wollte ich aber eine Torte vorstellen, die ich vorher gar nicht kannte. Komischerweise ist Medowik anscheinend in russlanddeutschen Kreisen nicht so bekannt. Napoleon gab es viel und oft, gerne auf Hochzeiten. Ich erinnere mich lebhaft, wie schon Monate vorher gestartet wurde die Teigplatten zu backen, schließlich braucht jede einzelne Torte 12 Schichten. Dann wurden die Teigplatten in Eimern (!) eingefroren und kurz vor der Hochzeit dann erst gefüllt und geschichtet. Medowik funktioniert genau nach der gleichen Methode, dass man traditionell 12 Teigschichten hat, diese mit einer Schmandfüllung zusammenhält und dann die Teigreste außen als Deko verteilt. Aber der Teig ist ein anderer.

Auch wenn ich Teigplatten von 18cm ausgeschnitten habe, so hat es dennoch über eine Stunde gedauert bis ich alle 12 Teigplatten gebacken habe. Deshalb sei vorgewarnt, für diese Torte braucht man definitiv Zeit. Vorteil ist jedoch, dass man mindestens einen Tag vorher starten muss, da die Torte am besten über Nacht durchziehen sollte. Man kann super noch früher starten, solange man die Teigplatten nicht füllt, kann man sie einfrieren oder luftdicht verpackt einige Tage im Kühlschrank lagern. Die Füllung zu erstellen dauert nicht lange.

Russischer Honigkuchen: Medowik

Serves: Eine 18 cm ∅ Torte
Prep Time: 1hr 45min Cooking Time: 1hr Total Time: 1hr 45min

Der russische Honigkuchen namens Medowik besteht aus 12 Honigteigplatten, die mit einer Schmandcreme zusammengehalten werden und außen mit Teigkrümeln dekoriert wird.

Ingredients

  • Teigböden
  • 200g guter Honig
  • 130g Butter
  • 100g weißer Zucker
  • 3 Eier
  • 550-600g Mehl, Type 405
  • 1 1/2 TL Natron

  • Schmandfüllung
  • 400g Schlagsahne
  • 35g Honig
  • 50g weißer Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 Päckchen Sahnesteif
  • 500g Schmand
  • Optional: frische Beeren zur Deko

Instructions

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In diesem Video kann man sehen wie ich sie zubereite. Für die Böden Honig, Butter und Zucker in einem Topf zum Schmelzen bringen, dann einmal kurz aufkochen und abkühlen lassen. Die Eier schaumig aufschlagen, die abgekühlte Honigmasse in einem Strahl unterrühren. Dann 550g Mehl und Natron in zwei Schüben kurz einarbeiten. Der Teig verhält sich ähnlich wie Lebkuchenteig und ist ziemlich klebrig. Wenn der Teig noch flüssig ist, mehr Mehl hinzugeben. Er sollte klebrig und zäh sein, wie Lebkuchenteig sollte man einen Teigballen formen können, ansonsten Mehl hinzufügen. Mindestens eine halbe Stunde, besser ein oder zwei Stunden, kühlen. In dieser Zeit wird der Honig wieder hart und der Teig lässt sich besser ausrollen.

2

Eine Springform/Teller oder ähnliches heraussuchen mit 18cm Durchmesser. Ich habe den Teig zwischen Backpapier ausgerollt, das muss man aber nicht. Viel Mehl sollte man aber lieber nicht mehr hinzufügen. Den Teig in zwölf gleich schwere Teiglinge aufteilen, ich habe sie abgewogen. 10 zurück in den Kühlschrank verfrachten. Nun einen Teigling zwischen Backpapier plattdrücken und mit dem Nudelholz weiter ausrollen. Die Teigplatten sollten möglichst dünn sein. Kreise von 18cm ausschneiden, Teigreste dabei dran lassen und mitbacken (siehe Fotos). Bei mir haben zwei Kreise auf ein Blech gepasst, dass heißt, ich hatte sechs Backdurchgänge. Auf 180 Grad Ober- und Unterhitze ca. 6-8min goldbraun backen (siehe Fotos). Derweil das erste Set backt, die nächsten zwei Kreise ausrollen usw. bis man alle 12 Teigplatten erstellt hat. Nach ein bis zwei Durchgängen hat man den Dreh raus und taktet das Ausrollen mit dem Backvorgang. Übrig gebliebenen Teig ausrollen und ebenfalls backen. Erst jetzt die Teigreste von den Kreisen wegschneiden und aufbewahren, das wird die äußere Krümelschicht.

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Für die Füllung Sahne mit Honig, Zucker und Vanilleextrakt anfangen aufzuschlagen, Sahnesteif einrieseln lassen und dann gut steif schlagen. Schmand am Ende nur kurz einrühren.

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Nun geht es ans Füllen. Dafür auf die unterste Tortenplatte ca. 2 EL Creme gleichmäßig verteilen, zweite Tortenplatte aufsetzen und so lange fortfahren bis man alle 12 Tortenplatten mit Creme gefüllt und gestapelt hat. Die restliche Creme außen verteilen. Die übrig gebliebenen Tortenplattenreste entweder in einer verschlossenen Tüte und Nudelholz feinkrümeln oder dies im Food-Prozessor machen. Per Hand die Krümel außen an die Torte anpappen. Jetzt mindestens für ein paar Stunden oder über Nacht im Kühlschrank kühlen.

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Medowik schmeckt jeden Tag besser und sollte mindestens vier Tage munden, wenn immer gekühlt wird. Kurz vor dem Servieren mit frischen Beeren dekorieren (wenn man das möchte) und genießen.

P.S. Hiermit mache ich auch bei Zorras Blogevent „Torten zum 21. Blog-Geburtstag“ mit. Ihr Blog Kochtopf ist unglaubliche 21 Jahre bereits online und da sie selbst dieses Jahr zum Tortenjahr auserkoren hat, bei dem sie jeden Monat sich an einer anderen Torte ausprobiert, musste ich natürlich mit dabei sein. Mittlerweile gibt es nicht mehr ganz so oft aufwändige Torten auf meinem Blog, zuvor musste ich, als ich gleich zwei Hochzeitstorten zubereitet habe, üben, üben, üben. Entsprechend gab es ziemlich oft Tortenrezepte. Jetzt aber gab es Anlass genug wieder mal eine Torte auszuprobieren. Diese Honigtorte oder Medowik ist meiner Meinung nach den Aufwand wert. Und wie gesagt, ich mag eigentlich nicht Torten, die nicht fruchtig sind, diese aber schon.

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2 Comments

  • Reply
    zorra vom kochtopf
    Montag, der 15. September 2025 at 13:56

    Boah, da hast du ja keine Mühen gescheut! Ein echtes Meisterwerk, ich weiss nicht ob ich die Geduld dafür hätte – ich greife also gleich hier zu! 🙂

    • Reply
      Jenny
      Montag, der 15. September 2025 at 13:58

      Ich bin immer noch begeistert, dass du das Jahresthema gewählt hast, obwohl du ja angeblich nicht dekorieren kannst. Umso mehr wollte ich gleich zwei Mal dabei sein, danke für das schöne Blogevent!

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