Ukrainische Borscht-Suppe

Heute gibt es wieder einmal ein Nostalgie-Rezept: Borscht, die Suppe mit roter Beete aus der ehemaligen Sowjetunion. Es gibt bis heute Streitereien woher die Suppe stammt und wessen Nationalgericht sie ist. Während Russland die Teigtaschen namens Pelmeni als Nationalgericht deklariert, nimmt die Ukraine dies für Borscht in Anspruch. Fakt ist jedoch, dass in allen ehemaligen Ostblock-Staaten diese Suppe in zahlreichen Varianten serviert wird. Was sie alle gemein haben: rote Beete und Kohl als Zutaten. Und in der Ukraine die Verwendung von Essig, Dill und Schmand. Für mich ist dies ein Nostalgie-Rezept, da meine in Odessa gebürtige Oma uns einige Jahre bekocht hat als sie mit im Haus wohnte. Sie machte deshalb natürlich eine ukrainische Variante.

Ich muss jedoch zugeben, dass ich als Teenager nicht sonderlich begeistert war, wenn es Borscht zu Mittag gab. Das klassische Gericht wie ich es unten beschreibe, gab es nur an Tag 1. Dann wurden immer wieder neue Zutaten hinzugefügt, um die Suppe zu strecken. Ich weiß, dass ich einmal ziemlich verzeifelt war, als ich Tortellini in der Suppe schwimmen sah und ein anderes Mal Reis. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich sehr lange keinen Bedarf hatte Borscht zu essen, es war mir zu sehr als Eintopf in Erinnerung, bei dem man einfach wild alles hineinwarf, was man in der Vorratskammer fand. Bis wir letztes Jahr zu Ostern in Dresden bei Verwandten zu Besuch waren und dort Borscht serviert wurde. Mein Mann hatte noch nie Borscht gegessen und lobte sich das Essen, auch ich schaute meinem Onkel bei der Zubereitung zu, machte mir Notizen und wurde nostalgisch. Frisch zubereitet ist diese Suppe nicht von schlechten Eltern, insbesondere dann, wenn man wie ich rote Beete mag. Absolut perfekt ist Boscht meiner Meinung nach, wenn er mit frisch gemachten Twoiback, also brioche-ähnlichen Brötchen, serviert wird. Das war dann nicht zu toppen.

Ukrainische Borscht-Suppe

Serves: Ca. für 6 Personen
Prep Time: 2hr Cooking Time: 1hr 40min

Ukrainischer Borscht erhält seine rote Farbe durch die rote Beete. Die Gemüsesuppe wird sowohl im Sommer wie auch Winter gerne serviert und kann auch in einer veganen Variante zubereitet werden.

Ingredients

  • Ca. 700-800g Suppenfleisch mit Knochen, evtl. noch weitere Knochen für den Geschmack (für eine vegane Variante 3l Gemüsebrühe)
  • 1 Knoblauchzehe, Lorbeerblätter, Pfefferkörner
  • Ein halber Weißkohl (ich hatte Rotkohl, geht zur Not auch)
  • 1 große Zwiebel
  • 3 mittelgroße Möhren
  • 3 mittelgroße rote Beeten (frisch)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Tomatenmark
  • 4 mittelgroße Kartoffeln (ich hatte 8 kleine)
  • Salz, Pfeffer, Dill, Essig
  • (Veganer) Schmand, Brot

Instructions

1

Einen großen Suppentopf heraussuchen, das Fleisch, geschälten und grob gehackten Knoblauch, 3 Lorbeerblätter und eine handvoll Pfefferkörner hineingeben und mit drei Liter Wasser auffüllen. Fleisch mindestens eine Stunde bei mittlerer Temperatur köcheln lassen. Ich habe noch 1 EL Sojasoße hinzugegeben. Brühe durch ein Tuch filtern, Fleisch vom Knochen lösen und in mundgerechte Stücke schneiden und zur Seite stellen. Bei der veganen Version drei Liter Gemüsebrühe in einen großen Suppentopf geben und wie unten angegeben weitermachen.

2

Dann den Weißkohl fein in dünne Streifen schneiden und zur Brühe geben, 20min bei mittlerer Temperatur köcheln lassen.

3

Derweil die Zwiebel und Möhren schälen und fein schneiden. In einer Pfanne mit etwas Öl ca. 5min dünsten, derweil die rote Beete und den Knoblauch schälen, kleinschneiden und ebenfalls in die Pfanne geben und weitere 5 Minuten mitdünsten. Als letztes den EL Tomatenmark einrühren und eine letzte Minute mitdünsten. Währenddessen die Kartoffeln schälen und kleinschneiden. Dann die Pfannenmischung zum Kohlbrühe geben und ebenso das vorbereitete Fleisch und die Kartoffeln, wer mag, kann nochmal ein paar Lorbeerblätter als Würze hinzugeben. Alles zusammen ca. 20min köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Dill und Essig abschmecken. Der Borscht schmeck besser je länger er hat ziehen können.

4

Meine Oma hat Borscht mit einem Klecks Schmand, weiteren Dill und Twoiback, also Brot, serviert. Borscht lässt sich super einfrieren und kann im Kühlschrank aufbewahrt für mehrere Tage immer wieder aufgewärmt werden.

Hiermit mache ich auch beim Blogevent von Zorra vom Kochtopf und Sabine von Einfach-Kochen-und-Mehr.de mit. Gesucht war alles mit Motto „Eintopf – alles aus einem Topf – oder ein Topf für alles!“. Na, wenn das mal nicht auf Borscht zutrifft!

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1 Kommentar

  • Antworten
    Sabine
    Freitag, der 9. Februar 2024 at 08:58

    Liebe Jenny, dieser Borscht ist wirklich lecker und eine Bereicherung. Vielen Dank für das authentische Rezept, das einfach sehr gut zu Zorra’s Blogevent zum Thema Eintopf passt.
    Herzliche Grüße

    Sabine

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