Ich glaube, ich brauche niemanden zu erzählen, dass Deutschland Brot liebt. Na gut, mit all dem glutenfrei, ohne Kohlenhydrate usw. ist es vielleicht nicht mehr ganz so hip, aber ich zumindest liebe Brot. Frage alle Deutschen, die im Ausland leben, was sie am meisten vermissen. Oft ist die Antwort gutes, gesundes und vorallem dunkles Brot. Mein Opa sagt, Brot hat ihn durch den Krieg gebracht. Als ich ein Jahr in Kanada verbrachte, fing ich sehr bald an selbst Brot zu backen, weil mir dieses super weiche und weiße Brot, das es gab, nicht schmeckte. Oder besser gesagt, ich den Eindruck hatte sofort wieder Hunger zu haben. Vollkorn, mit Roggen, dunkel und schwer, das war, was ich wollte. Ein Frühstück, das mich lange satt hielt.
Ich habe vor kurzem in das wunderschöne Heimatland meines Mannes reisen dürfen: Kolumbien und bin ganz verliebt, insbesondere in arepas boyacense, das sind kolumbianische Maisfladen mit Käsefüllung. Dieses Land hat so viel mehr zu bieten als nur Dschungel. Neben den Anden gibt es zum Beispiel Savannen, eine Wüste, die Karibik und die berühmte Kaffeeregion. Es ist eines der Länder mit der meisten Artenvielfalt, z.B. schon nur Kolibris gibt es mehr als hundert verschiedene Arten, die alle in atemberaubender Akrobatik selbst in der Millionenhauptstadt Bogotá unterwegs sind. Oder auch Früchte, fast täglich habe ich wieder eine Frucht gegessen, die ich noch nie vorher gesehen, geschweige denn gegessen habe und die für wenige Cents einen mit ihrer Süße und Saftigkeit begeistern. Die Bilder geben davon nur einen klitzekleinen Bruchteil wieder.
Vielleicht erklärt diese Artenvielfalt, dieses Farbenfrohe, diese Unbekümmertheit, warum auch das Essen eine sehr große Rolle in Kolumbien spielt. Nach den üblichen Fragen was wir denn so auf unserer Reise durch das Land geplant hatten, folgte fast immer die Frage, was mir als Deutsche denn am Essen gefallen würde. Und da lautete meine Standardantwort immer: arepa! Arepas werden von Kolumbianern ebenso geliebt wie das Brot von den Deutschen. Arepas sind Maisfladen, die entweder langsam in der Pfanne gebräunt oder im Ofen gebacken werden. Arepas werden meist zum Frühstück gereicht, aber es gibt sie auch in Miniausführung zu Mittag oder Abendessen. Arepas sind glutenfrei, da sie komplett aus Maismehl bestehen und werden in jeder Region anders zubereitet.
Ich bin über dieses Rezept gestolpert und hab mich gleich verliebt. Vielleicht geht es dir ähnlich? Diese süßen Kürbisbrötchen sind perfekt zum Frühstück. Falls du ein Thanksgiving Dinner planst, kann ich sie nur empfehlen. Sie sind aus Hefeteig, enthalten Kürbispüree und werden dann in Kürbisse geformt. Sie sind auch vegan.
Warum macht backen mich so glücklich? Warum entspannt es mich und warum stelle ich mich manchmal (nicht immer), aber durchaus öfter stundenlang in die Küche und werkle vor mich hin? Es gibt viele Gründe. Hier mal eine kleine Auswahl: Weil es mich entspannt, weil es mir unglaublichen Spaß macht anderen zuzuschauen, wenn sie etwas von mir Gebackenes genießen, weil ich beim Abarbeiten der einzelnen Schritte gut meine Gedanken sortieren kann, weil mich das Kneten eines Teiges erdet, weil ich stolz bin, wenn ich einen Mini-Workout beim Teigkneten hinlege und weil ich mich kreativ austoben kann.
Ich bin kein Frühaufsteher. Zumindest im Vergleich mit meinem Mann. Ich habe immer das Gefühl, sobald er seine Äuglein aufmacht, ist er hellwach und energisch. Das nervt. Zumindest, wenn er dann gleich anfängt zu reden. Ich nicke dann nur und schlurfe schlaftrunken ins Bad (er redet derweil munter weiter). Manchmal stehe ich dann im Bad und versuche mich zu erinnern, was ich denn wollte. Richtig, duschen!
Ich lebe momentan in Hamburg, also nicht so sehr weit weg von der dänischen Grenze. Als ich herzog, fiel mir gleich auf, dass es viele skandinavische Produkte gibt. Viele Käsesorten oder Rødgrød (rote Grütze), aber auch Flæskesvær (frittierte Schweineschwarte), um nur ein paar zu nennen. Deshalb wollte ich unbedingt auch mal ein dänisches Rezept probieren. Insbesondere mal Brötchen. Deshalb gibt es heute als dänische Joghurtbrötchen, die man am Vortag zubereitet.
Man glaubt es kaum, aber mein Eindruck ist, dass Dänen mindestens genauso Brot lieben wie Deutsche. Smørebrød ist weltweit bekannt, Roggenbrot, auf das sehr liebevoll die unterschiedlichsten Zutaten geschmiert, drapiert und gewickelt werden. Die Grundlage ist das dünngeschnittene Roggenbrot, auf das die Butter kommt und als krönender Abschluss dann die unterschiedlichsten Zutaten. Von vegan bis zu extrem fleischig ist alles anzutreffen. Ich habe Smørebrød in Kopenhagen essen dürfen und kann es nur empfehlen, siehe auch die Bilder unten.
Smørebrød wie in Kopenhagen anzutreffen
Ich bin mir ziemlich sicher, hiervon hast du noch nie gehört, falls du nicht viel mit Kolumbien zu tun hast, darf ich vorstellen: roscónes. Das ist süßes Hefebrot mit einer ganz abgefahrenen Gelee/Marmelade-Mischung bestehend aus Guave (nennt sich bocadillo in Kolumbien, in anderen Teilen Lateinamerikas nennt man es anders, mir aus Uruguay als membrillo bekannt, auch wenn die Paste aus einer anderen Frucht hergestellt wird). Ich glaube, nur Kolumbianern fällt es ein, völlig selbstverständlich Frühstück und Dessert zu vereinen und geschickt alle Geschmäcker anzusprechen. Hefeteig? Ja, klar! Interessant gewundener Kranz? Sicher! Exotische Geleefüllung? Selbstverständlich!













