Zum achten Mal jährt sich mein Fahrradunfall ohne Folgeschäden. Ich feiere diesen Anlass wie einen zweiten Geburtstag jedes Jahr mit einer dekadenten Torte. Heute mitgebracht habe ich französischen Flan mit Himbeer- und Pistaziengeschmack. Flan ist im Kern eine Eierspeise, bei der normalerweise Milchprodukte mit Eiern verrührt und diese dann im Wasserbad gestockt werden. Im Original stammt Flan aus Spanien. Flan ist mittlerweile auch in ganz Lateinamerika bekannt und wird in diversen Varianten zubereitet. Klassischer Flan, Flan mit Ananas, Kokosflan, Chocoflan, Flan mit Kaffeegeschmack und Quesillo aus Venezuela, ich glaube, die Fülle an Rezepten zeigt, wie populär Flan mittlerweile ist. Natürlich haben auch die Franzosen sich Flan angeschaut und dann ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Statt einfach Eier mit Milch, Sahne und Co. zu verrühren und dann im Wasserbad die Masse stocken zu lassen, machen die Franzosen vor dem Backen einen Pudding aus der Masse. Das heißt, die Eier werden temperiert und dann wird die Masse aufgekocht bis sie eindickt. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber dadurch scheint die Masse nochmal cremiger zu werden. Außerdem wird der Masse noch ein Mürbeteig verpasst. Das heißt, dieser Flan ist deutlich aufwändiger, aber im Gedenken an den Fahrradunfall ohne Folgeschäden ist es mir die Mühe wert.
Watt für’n Ding? Sauerteig in Brownies? Das war auch meine Reaktion als ich das Rezept das erste Mal im Internet entdeckte. Was hat bitteschön Sauerteig in Brownies zu suchen? Aber als ich mich etwas länger damit befasste, fand ich die Idee gar nicht schlecht. Besonders zu Coronazeiten scheint nun jeder und alle Sauerteig anzusetzen, den man immer wieder und wieder wegwerfen muss. Ist doch viel zu schade, lieber wiederverwenden! Außerdem las ich, dass fermentiertes Mehl, wie das der Fall bei Sauerteig ist, oft deutlich besser von Menschen mit Glutenproblemen toleriert wird als normales Mehl. Jo, das klingt doch schon mal gut! Und wenn der Sauerteig noch so ein bisschen alkoholisch ist, weil man, hüstel, hüstel, vergessen hat ihn rechtzeitig zu füttern, dann unterstützt das doch noch umso mehr die Schokonote. Ich war zumindest überzeugt, diese Brownies wollte ich ausprobieren!
Leute, ich habe es ja nicht so mit veganen Torten, aber ganz ehrlich? Diese vegane Schoko-Himbeer-Torte ist sowas von lecker, da weiß ich nicht so genau, ob ich die nicht-vegane Variante bevorzuge. Schon nur dieser Schokokuchen, sowas von saftig! Alle Zutaten werden einfach per Schneebesen miteinander zusammengerührt, fertig. Und dann die säuerlichen Himbeeren, die da so wunderbar mit der dunklen Schokolade harmonieren, mmmmh. Und die Schokocreme? Besteht aus genau zwei Zutaten, Kokosmilch und Schokolade.
Es ist eine Schande, dass es so lange schon keinen Gugelhupf hier gab. Ganz ehrlich, das geht nicht! Und als ich meine geliebte Gugelhupfform beim Umzug in der Hand hielt, dachte ich: Himbeergugelhupf, ich muss einen Himbeergugelhupf machen! Gesagt, getan, also gab es zu einem Sonntagskaffee diesen super saftigen und leckeren Gugelhupf. Man braucht ein wenig Geduld, weil es ein Hefegugelhupf ist, aber das Tolle ist, dass man nicht sehr viel vorbereiten braucht, das macht die Hefe sozusagen ganz von allein.
Viele haben ja Angst vor Hefe, aber wenn man es ihr kuschelig warm macht, also so wintermäßig mit Kuscheldecke, nicht heiß, sondern schön warm, wie eine verfrorene Frau es mag, dann funktioniert es eigentlich immer. Wirklich. Wenn man Frischhefe benutzt, sollte man sicher sein, dass sie wirklich frisch ist, aber Trockenhefe macht genauso gut, versprochen.
Und wenn man den Teig einmal zubereitet hat, dann kocht man Himbeeren mit ein paar Zutaten auf und beschmiert das ausgerollte Teigrechteck damit. Dann aufrollen und vorsichtig in die Gugelhupfform packen und dann ab in den Ofen nach einem kurzen zweiten Gehen.







