Wie macht man einen amerikanischen Pie?

Amerikanischer Cherry-Pie

Heute gibt es nach langer Zeit endlich wieder ein bisschen Know-how zum Thema Pie. Ein Pie ist, im klassischen Sinne, ein Mürbeteigboden, der eine Füllung enthält und schon zu Pioneerzeiten in USA gebacken werden konnte, da keinerlei Triebmittel verwendet wird und er oft aus wenigen Zutaten wie Mehl, Zucker, Butter und ähnlichem besteht. Uramerikanisch ist der sogenannte Apple Pie, in seiner einfachsten Form Mürbeteig, auf den Apfelscheiben geschichtet werden und dann mit einem Teigdeckel oder Streuseln abgeschlossen wird. Zu Thanksgiving insbesondere werden Pies gerne gereicht, ein Apple Pie darf da nie fehlen, ebenso ist Pumpkin Pie, also Pie mit Kürbis häufig anzutreffen oder Pecan Pie, also Pie mit Pekannüssen.

In Deutschland gibt es nicht wirklich etwas vergleichbares wie den Pie. Es ist schon ein Ding der Unmöglichkeit eine Pie-Backform zu kaufen, endlos habe ich Geschäfte durchsucht, bis ich irgendwann aufgegeben habe und schließlich online eine aus Glas bestellt habe. Denn eine Pie-Backform ist im Gegensatz zu einer Tarteform ohne heraushebbarem Boden, ich habe mich zu Beginn in der Not einer 24er Springform bedient (siehe einige der Bilder unten), auch wenn ein Pie normalerweise ca. 23cm im Durchmesser misst und die Backform nach außen hin abschrägt, wodurch man noch mehr Füllung im Verhältnis zum Teig erhält.  Wie macht man also diesen berühmten Pie? Dazu habe ich zahlreiche Tipps und natürlich auch Rezepte zusammengesucht.

Amerikanischer Key Lime Pie

1. Amerikanischer Pie-Teig wird normalerweise mit Wasser statt Ei hergestellt

Einer der Hauptunterschiede von deutschem Mürbeteig vs. amerikanischem Pie-Teig ist der Fakt, dass man traditionell Wasser statt Ei als Bindemittel hernimmt. Dieser klassische Apple-Pie ist dafür ein gutes Beispiel. Aber natürlich gibt es auch in USA mittlerweile einige Varianten. Diesen Pfirsich-Pie habe ich mit Buttermilch, diesen Kirsch-Pie mit Wodka, diesen Apple-Pie mit Frischkäse im Teig, und bei diesem Pie auch Joghurt eingearbeitet. Wer Tipps zur Teigverarbeitung haben möchte, schaue doch bitte bei den zehn Tipps für Mürbeteig vorbei. Zu Zeiten meiner Großeltern verwendete man auch gerne nicht nur Butter, sondern Schmalz und ähnliche Fette, um den Pie knusprig, aber ebenso auch elastisch zu machen. Ich persönlich mag jedoch lieber die Variante mit richtiger Butter.

2. Wenn der Pie einen Teigdeckel hat, so findet man oft ein Gittermuster vor

Mein Geheimtipp für dich ist definitiv das traditionelle Gittermuster, das Pie zu Pie macht. Für eine visuelle Hilfe wie man ein schönes Gittermuster machen kann, schau hier vorbei. Wie man auch den Rand schön formen kann, findest du hier. Wem das alles zu schwierig ist, aber trotzdem einen möglichst amerikanischen Pie produzieren möchte, dem seien die fünf Teigschlitze ans Herz gelegt (siehe Bild unten), hier abgebildet ist der herzhafte Chicken Pot Pie. Aufwändige Dekorationen hingegen mit z.B. Rosen und anderen ausgeschnittenen Teigformen sind natürlich ebenso möglich. Das zweite Bild zeigt einen Apfel-Cranberry-Pie. Vom Schwierigkeitsgrad irgendwo dazwischen sind die Rosen des Erdbeer-Pies.

Amerikanischer Chicken-Pot-PieHow to make pie rosesErdbeer-Pie mit süßen Röschen

3. Statt Teigdeckel kann man Pie auch mit Sahnehaube, Eischnee oder Streuseln servieren

Natürlich muss man Pie nicht unbedingt mit einem Teigdeckel servieren, eine Sahnehaube wie beim Banoffee Pie, oder aber Eischnee wie beim Lemon Meringue Pie oder gar Streuseln sind durchaus übliche Pie-Varianten. Aufgespritzte Sahnetupfer gibt es übrigens beim Key Lime Pie.

4. Eine neuere Variante des Pies ersetzt den Mürbeteig mit zerbröselten Keksen

Eine weitere Pie-Variante besteht aus einem Keksboden. Hier werden Kekse (in USA oft Graham Crackers, in Deutschland meist Butterkekse) fein zerbröselt und mit geschmolzener Butter vermischt. Hierauf kommt dann eine Füllung. Wem das Thema Mürbeteig zu heikel ist, hat hiermit eine einfache Ausweichmöglichkeit. Entweder der sogenannte Banoffee-Pie mit Banane und Karamell oder der Key Lime Pie mit Limetten eignet sich dafür sehr gut.

5. Klassische Pies werden gerne mit Früchten zubereitet

Insbesondere im Frühling und Sommer verwendet man gerne Früchte. Zum Beispiel bei diesem Erdbeer-Pie, Pfirsich-Pie, Heidelbeer-Pie oder Kirsch-Pie. Im Herbst und Winter hat natürlich  Pie mit Äpfeln Hochsaison. Ich habe auf dem Blog klassischen Apple Pie, Apple Pie mit Frischkäseteig, Apple Pie mit Karamell (im Moment mein Favorit), Apple Pie mit einem guten Schuss Whisky und die Variante mit Äpfeln, Cranberries und Mandeln. Säuerlicher wird es mit Lemon Meringue Pie oder Key Lime Pie. Pies mit cremehaltigen Füllungen wie z.B. Schokolade oder Kürbis gibt es noch nicht auf dem Blog, aber da werde ich sicher nach und nach welche vorstellen. Einen Pie mit Nuss gibt es schon auf dem Blog, den unten abgebildeten Pecan Pie oder Pie mit Pekannüssen.

Pecan Pie pder Pie mit Pekannüssen

6. Viele Pies kann man super einfrieren

Sowohl die vorbereiteten Teigböden als auch einen ungebackenen Pie kann man super einfrieren. Man sollte immer alles gut luftdicht verpacken und innerhalb von ein paar Monaten aufbrauchen. In Kanada habe ich tatsächlich erlebt, wie en masse Pies hergestellt wurden in den Sommermonaten, um dann in einem riesigen Gefrierschrank aufbewahrt zu werden. Im Winter hat man dann gerne sonntags einen Pie hervorgeholt, gebacken und frisch gegessen. Definitiv eine Variante, wie man Sonntagskuchen herstellen kann. Meine Empfehlung ist definitiv Pie ungebacken einzufrieren. Als grober Richtwert würde ich für einen gefrorenen Pie ca. 20 Minuten zusätzliche Backzeit einplanen. Dazu einfach direkt gefroren in den vorgeheizten Backofen schieben.

7. Amerikaner servieren Pie gerne mit Vanilleeis

Man kann Pie grundsötzlich entweder noch warm servieren (Stücke zu schneiden ist zwar schwierig, aber es schmeckt himmlisch). Besonders bei warmen Pie eignet sich Vanilleeis statt einem Klecks Sahne. Viele Pies lassen sich hervorragend einfrieren und natürlich auch kalt servieren. Besser schneiden kann man Pie auf jeden Fall immer im kalten Zustand. Wer mag, kann sich ein Stück kurz in der Mikrowelle erwärmen und dann erst Eis dazu servieren. Unten abgebildet ist der Apple Pie mit Karamell. In USA wird Pie, der mit Eis serviert wird, oft als „pie a la mode“, wörtlich übersetzt „modischer Pie“ in Speisekarten bezeichnet.

Apple Pie mit Karamell

8. Varianten: Hand Pies heißen so, weil man sie auf die Hand nehmen kann

Es sind also Pies im Miniformat, die man perfekt als Snack, zu einer Party oder ähnlichem reichen kann. Unten abgebildet sind Heidelbeer-Mini-Pies und herzhafte Minipies mit Hähnchenfüllung.

Blueberry Hand PieHandliche Mini-Pies mit Hähnchenfüllung Ich hoffe, du hast ein wenig Inspiration bekommen dich an das Thema Pie zu wagen. Ich als großer Früchtefan finde Pie immer super, insbesondere dann, wenn ich Pie statt einem pappsüßen Kuchen  oder einer Torte wählen darf. Mit einem handgemachten Pie wirst du auf jeden Fall jeden Amerikaner begeistern. Da ich immer wieder gefragt werde wo ich meine Pie-Backform herhabe, hier nochmal der Link online. Viel Spaß beim Nachbacken!

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